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Quotes [/] direct search Zitate Themen Top 20 Autoren Bilder DE Deutsche Deutsche English English Français Français Русский Русский Quotesbox.org | Neue Zitate Neue Zitate (Anzeige: 1 - 30 von 293941 Zitate ) Guten Abend, gut Nacht, Mit Rosen bedacht, Mit Näglein besteckt, Schlupf unter die Deck! Morgen früh wenn Gott will, Wirst du wieder geweckt. Guten Abend, gut Nacht, Von Englein bewacht, Die zeigen im Traum Dir Christkindleins Baum. Schlaf nur selig und süß Schau im Traum's Paradies. Des Knaben Wunderhorn Selbstgefühl Ich weiß nicht, wie mirs ist, Ich bin nicht krank und bin nicht gesund. Ich bin blessirt und hab keine Wund. Ich weiß nicht, wie mirs ist, Ich thät gern essen und geschmeckt mir nichts, Ich hab ein Geld und gilt mir nichts. Ich weiß nicht, wie mirs ist, Ich hab sogar kein Schnupftaback, Und hab kein Kreutzer Geld im Sack. Ich weiß nicht, wie mirs ist, Heirathen thät ich auch schon gern, Kann aber Kinderschrein nicht hörn. Ich weiß nicht, wie mir ist, Ich hab erst heut den Doktor gefragt, Der hat mirs unters Gesicht gesagt, Ich weiß wohl, was dir ist, Ein Narr bist du gewiß; Nun weiß ich, wie mir ist! Des Knaben Wunderhorn Lied des Verfolgten im Turm Der Gefangene: Die Gedanken sind frei, Wer kann sie erraten? Sie rauschen vorbei Wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, Kein Jäger sie schießen; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei. Das Mädchen: Im Sommer ist gut lustig sein Auf hohen wilden Heiden, Dort findet man grün Plätzelein, Mein herzverliebtes Schätzelein, Von dir mag ich nit scheiden. Der Gefangene: Und sperrt man mich ein Im finstern Kerker, Dies alles sind nur Vergebliche Werke; Denn meine Gedanken Zerreißen die Schranken Und Mauern entzwei, Die Gedanken sind frei. Das Mädchen: Im Sommer ist gut lustig sein Auf hohen wilden Bergen; Man ist da ewig ganz allein, Man hört da gar kein Kindergeschrei, Die Luft mag einem da werden. Der Gefangene : So sei es, wie es will, Und wenn es sich schicket, Nur alles in der Still; Und was mich erquicket, Mein Wunsch und Begehren Niemand kann's mir wehren; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei. Das Mädchen: Mein Schatz, du singst so fröhlich hier Wie's Vögelein in dem Grase; Ich steh so traurig bei der Kerkertür, Wär ich doch tot, wär ich bei dir, Ach, muß ich denn immer klagen? Der Gefangene : Und weil du so klagst, Der Lieb ich entsage, Und ist es gewagt, So kann mich nicht plagen! So kann ich im Herzen Stets lachen, bald scherzen; Es bleibet dabei, Die Gedanken sind frei. Des Knaben Wunderhorn Schwesterlein, Schwesterlein, Wann gehn wir nach Haus? Morgen, wenn die Hahnen krähn, Woll'n wir nach Hause gehn, Brüderlein, Brüderlein, Dann geh'n wir nach Haus. Schwesterlein, Schwesterlein, Wann geh'n wir nach Haus? Morgen, wenn der Tag anbricht, Eh' endet die Freude nicht, Brüderlein, Brüderlein, Der fröhliche Braus. Schwesterlein, Schwesterlein, Wohl ist es Zeit? Mein Liebster tanzt mit mir. Geh' ich, tanzt er mit ihr. Brüderlein, Brüderlein, Laß du mich heut. Schwesterlein, Schwesterlein, Was bist du blaß? Das macht der Morgenschein Auf meinen Wängelein, Brüderlein, Brüderlein, Die vom Thaue naß. Schwesterlein, Schwesterlein, Du wankest so matt? Suche die Kammerthür, Suche mein Bettlein mir, Brüderlein, es wird fein Unter'm Rasen seyn. Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn, du vertrittst dir die zarten Füßlein schön. Wie sollte ich denn nicht barfuß gehn? Hab keine Schuhe ja anzuziehn, Feinsliebchen, willst du mein eigen sein, So kaufe ich dir ein Paar Schühlein fein. Wie könnte ich euer eigen sein, ich bin nur ein arm Dienstmägdelein. Und bist du auch arm, so nehm' ich dich doch, du hast ja die Ehr und die Treue noch, Die Ehre und die Treue mir keiner nahm, ich bin, wie ich von meiner Mutter kam. Was zog er aus seiner Taschen fein? Mein Schatz, von Gold ein Ringelein. Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio Wintergedichte und Neujahrswünsche Jeder wünscht sich langes Leben, seine Kisten voller Geld, Wiesen, Wälder, Äcker, Reben - Klugheit, Schönheit, Ruhm der Welt, doch wenn alles würde wahr was man wünscht zum neuen Jahr, dann erst wär es um die Welt, glaubt es, jämmerlich bestellt. Lebten alle tausend Jahre, was gewönnen wir dabei? Kahle Köpfe, graue Haare und das ew'ge Einerlei! Im erschrecklichen Gedränge ungeheurer Menschenmenge würden Stadt und Dorf zu enge, und die ganze Welt zu klein. Niemand könnte etwas erben, denn es würde keiner sterben; und wer möchte Doktor sein? Wäre jedermann so reich, als wohl jeder wünscht zu werden: Nun, dann würden wir auf Erden uns, in Sorgen, alle gleich. Da niemand des andern Bürde künftig auf sich laden würde, müßte jeglicher allein sein höchsteigner Diener sein; selber seine Strümpfe stricken, möcht' er nicht gern barfuß gehn; selber Rock und Hosen flicken möcht' er nicht wie Adam stehen; müßte kochen, braten, backen, liebte er gesunde Kost. Wäre er kein Freund vom Frost, müßt' er selber Holz sich hacken. Ständen alle ohne Mängel wir hienieden schon, als Engel, o wie wär' es böse Zeit für die liebe Geistlichkeit! Wer denn könnte Pfarrer werden in dem Himmel hier auf Erden, wenn der Laie besser wäre als die Predigt, die er hört? Nur wo nötig ist die Lehre -und sonst nirgends- hat sie Wert. Advokaten gingen müßig; Richter wären überflüßig; und Dragoner und Husaren wären überflüß'ge Waren. Ach, in diesem Weltgetümmel wüchse wieder neue Not, denn es brächte unser Himmel manchen braven Mann ums Brot. Wären alle Mädchen schön, und von außen und von innen und vom Wirbel bis zum Zehn zauberische Huldgöttinnen: zu alltäglich, zu gemein würden schöne Mädchen sein; niemand würde auf sie blicken. - Wäre alles Diamant, was jetzt Kiesel ist und Sand, niemand möchte sich drum bücken. Jeder wünscht zum neuen Jahr. Aber würde alles wahr, dann erst wär' es um die Welt, glaubt es, jämmerlich bestellt! Wollet Ihr die Welt verbessern, (bloße Wünsche tun es nie, Spiele sind's der Phantasie!) wollet ihr die Welt verbessern, fange jeder an bei sich, denn der Mittelpunkt der größern Welt ist jeglichem sein Ich. Dieses Ich wirft seine Strahlen, einer innern Sonne gleich, durch des Lebens weites Reich. Wie es selber ist, so malen sich die Dinge klein und groß, prächtig oder farbenlos! Heinrich Daniel Zschokke Auf Wunder warte nicht! Sieh, deine Zeit fließt hin Und läßt dir keine Spur Dahier von ihrem Gleis! Auf Wunder warte nicht! Du hast des nicht Gewinn, Die Götter helfen nur Durch Tugend und durch Fleiß. Heinrich Daniel Zschokke Neujahrswünsche Jeder wünscht sich langes Leben, seine Kisten voller Geld, Wiesen, Wälder, Äcker, Reben – Klugheit, Schönheit, Ruhm der Welt, doch wenn alles würde wahr was man wünscht zum neuen Jahr, dann erst wär es um die Welt, glaubt es, jämmerlich bestellt. Heinrich Daniel Zschokke Jeder wünscht zum neuen Jahr! Aber würde alles wahr, Dann wär' es um die Welt, Glaubt es, jämmerlich bestellt! Wolltet ihr die Welt verbessern, (Bloße Wünsche tun es nie, Spiele sind's der Phantasie!) Wolltet ihr die Welt verbessern, Fange jeder an bei sich, Denn der Mittelpunkt der größern Welt ist jeglichem sein Ich. Heinrich Daniel Zschokke Mir ist, als wäre jede Beere Ein Born der Lebensfreudigkeit, Als gäbe sie die große Lehre: Gedulde dich, es kommt die Zeit! Wie durch Millionen Sonnenstrahlen, Die uns nur tagelang gestreift, Mit Saft sich füllten unsere Schalen, Bis wir zur süßen Frucht gereift. So wird trotz allem welken Laube Durch freier Seelen Sonnenglut Der Menschheit volle Wundertraube Erst in Erkenntnis reif und gut. Richard Zoozmann Ein anspruchsloses Buch ist dies, Nimm's ohne Anspruch hin und lies, Gar vieles bringt's für viele. Leicht ist's, darin sich umzusehn, So oft und wo du bleibest stehn. Stets bist du dort am Ziele. Richard Zoozmann Das Glück Es huscht das Glück von Tür zu Tür, Klopft zaghaft an: – wer öffnet mir? Der Frohe lärmt im frohen Kreis Und hört nicht, wie es klopft so leis. Der Trübe seufzt: Ich laß nicht ein, Nur neue Trübsal wird es sein. Der Reiche wähnt, es pocht die Not, Der Kranke bangt, es sei der Tod. Schon will das Glück enteilen sacht; Denn nirgends wird ihm aufgemacht. Der Klügste öffnet just die Tür – Da lacht das Glück: Ich bleib bei dir! Richard Zoozmann Der Kellner Jüngst in einer Gartenwirtschaft Hielt ich Rast mit müdem Schritt, Daß ein kühler Trunk mir lind're Durst und Hitze, die ich litt. "Kellner, eine Weiße!" Und der Kellner lief mit raschem Schritt. Doch er ließ mich lange warten, Mich, der so am Durste litt. Brachte andern Trank und Speise, Brachte aber mir nichts mit, "Wo bleibt meine Weiße?" rief ich, Als er abermals mich schnitt. "Gleich, Herr", ruft der Kellner, "Wollen Sie sie ohne oder mit?" – "Bringen Sie sie ohne", sprach ich, "Aber bringen Sie sie mit!" Richard Zoozmann Stille des Herbstes Im Herbste kommen der Wiese die Herbstzeitlosen und mir die Lieder, die lieben Kinder der Melancholie, die dämmernden Lampen im Nebel blühn wieder, sanft dunkelt das tiefe Zuhause gebrochener Lüfte, die Landschaft am Lethe, der Sommer verwelkt, und Verträumung füllt Gärten des Himmels, balsamische Beete. Wie einer, der heimkehrt, nachdenksam verweilt sich das Jahr in den Räumen der Stunden, in diesem Meer, dieser Stille von Schilf voller Weite, in der sich die Wasser gefunden. Strömt alles zurück? Kommt die Kindheit noch einmal mit Abend, mit Ängsten, mit ahnenden Wonnen von Regen des Nachts? Du bist da, trübes Herz, an des Herbstes melodischem Bronnen! Albin Zollinger O du lebst! Das arme Zimmer Ist von deinem Schritt erfüllt. Leicht und lächelnd, lächelnd immer, Bleibt, dem Raum vertraut, dein Bild. Samt und Feuer deiner Worte Schwingen noch, verhallen nicht. Gold der Töne! Alle Orte Unserer Stunden sind Gedicht. Kehre wieder! Ach mein Leben Mit dem deinen ist verkettet. Grenzenlos verströmt Vergeben. So vereint sind wir gerettet. Trunken sind die Himmel, fühle! Stern entbrennt! Dich rauscht der Hag! Niemals treibe uns einst Kühle In den schattenlosen Tag. Georg Joachim Zollikofer Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt; gib Furcht und Demut, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst. Georg Joachim Zollikofer Schlafe! Die Erde wird milder. Warte, der Traum tritt schon ein. Blühen werden die Bilder Des Traumes in sanfterem Schein. Wissen wir je von Gefährten, Sind sie nicht Trugbild zuletzt? Sind wir erfüllt vom Begehrten, Das uns so müde gehetzt? Wähntest du Dasein, das eben Dich noch verwirrend bedrängt? Traum wird das wahre dir weben. Schleier des Schlafes sich senkt. Glanz der Gefühle wird steigen, Die uns im Leben erstarrt: Ferne und freundlicher Reigen, Heimat und heldische Fahrt. Die wir im Leben nicht finden, Stehen uns nah und geneigt. Schlage! Du wirst überwinden, Da Traum dir das Letzte gezeigt. Fred von Zollikofer Schöpfungslied Wenn zwei Herzen zueinander drängen, Einend sich im Sehnsuchtsschrei, Wenn vier Lippen aneinander hängen, Fragend scheuen Zagens frei, Wenn der Welten zwei zusammenschlagen Jäh und heiß im fernen All, Ihre Gluten ineinander tragen – Gleiches Lied, nur andrer Schall. Franz Josef Zlatnik An das Herz Herz, o laß dein Pochen, Hast ja nichts verbrochen, Strebe nicht nach Glück! Lerne doch vergessen, Was du einst besessen Kehret nie zurück. Liebe, Treue, Frieden, Suche nicht hienieden, Nur umsonst suchst du! Leben giebt nur Klagen, Kummer zu ertragen, Nur im Grab ist Ruh. Kathinka Therese Pauline Modesta Zitz An Rosalie! Traue, schwaches Mädchen, nimmer einem Manne, Honig trägt er auf den Lippen, Gift im Herzen, Heuchelei sind seine Worte, Meineid seine Schwüre, Womit er dich Arme zu betäuben sucht. Selbstsucht ist des Mannes Name! sein Geschlecht nur achtend, Ist es ihm ein Spiel, das unsre zu betrügen. Höhnisch lächelnd weidet er an seinem Opfer sich; Unsre Thränen sind ihm Wonne, Zeugen seines Sieges, Unsre Klagen ihm Triumphgesänge, übermüthig Spricht er zu sich selbst: "Ich bin der Herr der Schöpfung, Meinen Wünschen unterthänig ist das Weib." Mit dem Stolz des Siegers raubt er unsre Rechte, Sklavenfesseln schlingt er um das freie Weib. O drum flieh' in deinem Blüthenalter selbst den Besten, Flehend ist er Sklav – ergiebst du dich – Tyrann. Kathinka Therese Pauline Modesta Zitz Erneuerung Reine Flammen, brennt zusammen! Macht mich licht durch euren Schein und voll Triebe süßer Liebe: nehmt mein ganzes Wesen ein! Sei mir günstig, mach mich brünstig, du Liebhaber meiner Seel! Laß besitzen und erhitzen mich deins Geistes Liebesöl! Stärk dein Feuer, o mein Treuer! recht entzündet sich befindet und von Lieb ist ganz durchglüht. Daß ich spüre wie verliere sich die finstere Gestalt, und das Dunkle glänzend funkle, und vergeh, was alt und kalt. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf All-Liebe Die Liebe weiß nicht viel von Grad: man liebt, und liebt sich nimmer satt. Und wenn man sagt: "Ich liebe dich, dich, eben dich, gar inniglich", so weiß man nicht zu sagen, wen man meint: man liebet eben alles überein. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Zerbrich, verbrenne und zermalme, Was dir nicht völlig wohlgefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Ist alles eins in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles andre Schaden heißt, Und nur die lautre Liebe taugen. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Was weiß denn ich vom Menschenleben? Bin freilich scheinbar dringestanden, aber ich hab' es höchstens verstanden, konnte mich nie darein verweben. Hab mich niemals daran verloren. Wo andre nehmen, andre geben, blieb ich beiseit, im Innern stummgeboren. Ich hab von allen lieben Lippen den wahren Trank des Lebens nie gesogen, bin nie von wahrem Schmerz durchschüttert, die Straße einsam, schluchzend, nie! gezogen. Wenn ich von guten Gaben der Natur je eine Regung, einen Hauch erfuhr, so nannte ihn mein überwacher Sinn, unfähig des Vergessens, grell beim Namen. Und wie dann tausende Vergleiche kamen, war das Vertrauen, war das Glück dahin. Und auch das Leid! zerfasert und zerfressen vom Denken, abgeblaßt und ausgelaugt! Wie wollte ich an meine Brust es pressen, wie hätt ich Wonne aus dem Schmerz gesaugt: Sein Flügel streifte mich, ich wurde matt, und Unbehagen kam an Schmerzes Statt... Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Wir woll'n uns gerne wagen, In unsern Tagen Der Ruhe abzusagen, Die's Tun vergißt. Wir woll'n nach Arbeit fragen, Wo welche ist, Nicht an dem Amt verzagen, Uns fröhlich plagen Und unsre Steine tragen Aufs Baugerüst. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf Leise rauschend durch Ruinen Zieht der Abendwind, Flüstert alte, düst're Märchen, Die vergessen sind. Von den Bäumen herbstestraurig, Sinkt nun Blatt auf Blatt, Sucht in der Ruine Schweigen Eine Grabesstatt. Fallen wird auch sie, Die trotzig manch' Jahrhundert stand, Ziehen werden, wo sie ragte, Nebel übers Land. »Märchenhaft ist dieses Leben!« Seufzt der Abendwind: In der heißen Brust erglommen Mir zwei Wünschlein sind: Meinem Leben eine Seele, Die sich meiner eint, Meinem Grabe eine Thräne, Die die Liebe weint! Ernst Ziel Herbstlied Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen Ins Wintergrab; Der Raben dumpfen Klaglaut hör' ich schallen Vom Thurm herab. Verwelkt und dürr hängt noch an Gartenmauern Der Blumen Rest; Und flugesmüde Vögel bange kauern Im engen Nest. Denn wo geschwebt auf maienhaften Bahnen Der Rose Duft, Weht traurig wie ein unheimliches Ahnen Oktoberluft. Und wenn der Sturm die grauen Nebel dränget Das Meer entlang, Und wenn mit Weheruf die Möve hänget Am Felsenhang: Dann denk' ich deiner, mit betrübten Sinnen, Vergänglichkeit, Dann scheint so klein mir in der Brust tiefinnen So Freud', wie Leid. Der Herbstwind weht; die dürren Blätter fallen: Was weinest du? Getrost! Auch dir wird einst nach kurzem Wallen Die lange Ruh'. Ernst Ziel Waisenkinder auf der Haide 1876 Kein Obdach! Birg in meinem Schooße Das liebe Lockenköpfchen dein Und schließ' das Aug', das dunkle, große, Zu gold'nem Traum, mein Brüderlein! Die Nacht bricht an - die Vögel schweifen Zu Nest, zu Nest mit letzter Kraft; Der Nebel wallt in langen Streifen So grau daher - und märchenhaft Ziehn Glockenklänge auf der Haide. Da liegt es ja im Abendscheine, Das stille kleine Gotteshaus, Und rings herum viel Leichensteine, An manchem Kreuz ein Blumenstrauß. Wie muß es sich doch unter'm Hügel So heimlich lauschend und so sacht, Wenn traumhaft senkt den weichen Flügel Und lautlos horcht die Sommernacht Den Glockenklang auf der Haide! Der Tod so süß, so hart das Leben- Träum' fort, träum' fort, mein Brüderlein! In Winterfrost, in Sturmesweben Wer thut uns auf, wer läßt uns ein? Wie schön, dem Glück in's Auge sehen, In's Auge warm und strahlenhell – Uns winkt's nur im Vorübergehen Und kommt und flieht, wie Träume schnell, Wie Glockenklänge auf der Haide. Träum' fort, träum' fort – und doch! wie heute So wundersam sich hebt mein Muth, Als grüßt' uns Gott aus dem Geläute: "Getrost! Es wird noch Alles gut." Als ging er mit des Tages Scheiden Die Haid' entlang von Ort zu Ort Und sprach' zu Allen, die da leiden, Ein freundlich Wort, ein Vaterwort Aus Glockenklängen auf der Haide. Ernst Ziel Auf die Verleumder Rast wie ihr wollt, ihr unverschämten Neider! Ich klag und zittre nicht, Auf! zeiget eure Schwäche! Wenn mir zu viel geschicht, Muß ich der Thorheit lachen. Ihr möget nur aus mir sehr wenig machen. Ihr werdet, doch vielleicht zu späte, sehn, Daß ich auf edle Art mich an euch räche. Wie wollt ihr da bestehn, Wenn man einst wird von meiner Großmuth sprechen: Sie steiget doch, wenn man sie gleich will schwächen. Christiana Mariana von Ziegler Wie ein reifer Apfel häng ich an des Dienstes Apfelbaum; daß ich noch am Baume hänge, glaube ich oft selber kaum. Fröste kommen, Stürme rütteln, und ich seh, wie mancher fällt. Ich allein, ich bleibe hängen, weiß der Teufel, was mich hält. Freiherr Friedrich von Ziegler vorherig 1 2 3 4 5 nächsten Zitate nach Themen Leben Tod Freundschaft Weisheit Familie & Eltern Treue Humor, Witziges Vater Mutter Kinder Zitate von Personen Karl Marx 155 Bettina von Arnim 232 Kristiane Allert-Wy... 137 Aristoteles 655 Dr. Gerhard Schröder 113 Mag. 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